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Konservierende Einrahmung einer historischen Karte

Bilderrahmen Bergmann - konservatorische Einrahmung

Konservierende Einrahmung einer historischen Karte

Ausgangslage ist eine Historische Karte „Des Herzogthums Steyermark Graetzer Viertel Nro 132.“ mit einem älterem Passepartout, das nicht säurefrei ist, aber nach Kundenwunsch zu erhalten ist.

1. Schritt – Ablösen der Karte vom Passepartout sowie der alten Befestigungsstreifen

Das Ablösen von alten Befestigungen sollte immer von einem Fachmann oder einer Fachfrau erledigt werden. Häufig werden gummierte Nassklebestreifen oder im schlimmsten Fall stark basische selbstklebende Streifen verwendet. Letztere hinterlassen nach mehreren Jahren starke Flecken, die auf die Bildvorderseite „durchschlagen“, weil das Papier den Kleber aufsaugt. Dieser Schaden kann – wenn überhaupt möglich – nur mehr von einem ausgebildeten Papierrestaurator unter sehr großem Aufwand entfernt werden.

Nassklebestreifen, die mit Kleistern geklebt sind lassen sich mit Wasser und künstlichem Speichel relativ problemlos entfernen. Bitte nur vom Fachleuten entfernen lassen. Wasser kann zu Rändern führen. Insbesondere, wenn das Papier vergilbt ist!

2. Schritt – Anfertigung einer Mappe aus Passepartout und Unterlage

Damit die Karte nicht mit dem alten Passepartout in Berührung kommt, wird ein Passepartout aus ca. 0,5 mm starkem Museumskarton angefertigt und hinter das eigentliche Passepartout gelegt. Bilder sollten, wenn möglich eher auf einer Unterlage befestigt werden, als am Passepartout. Die Unterlage sollte säurefrei und alterungsbeständig sein (Museumsqualität), damit keine Stockflecken entstehen. Diese werden durch Bakterien verursacht, die bei sauren Bedingungen Papier zersetzen. Der Prozess kann nicht mehr umgekehrt werden, aber durch neutralisieren des Papiers und eine säurefreie Umgebung verlangsamt und verzögert werden.

 

3. Schritt – Befestigung des Bildes

Üblicherweise werden Papierarbeiten mit Fälzchen aus säurefreien und alterungsbeständigen Nassklebestreifen befestigt. In diesem Fall ist das durch den oben eingeknickten Seitenrand keine optimale Lösung. Daher habe ich mich für eine Befestigung mit Archivstreifen entschieden. Der Vorteil liegt hier darin, dass nicht geklebt werden muss. Das geht in diesem Fall, weil das Papier der Karte ein dickeres handgeschöpftes Papier ist und keine Gefahr eines Zusammenstauchens durch die nach unten ziehende Schwerkraft besteht.

4. Schritt – Einbau in den Rahmen

Zuletzt wird die Karte mit geeigneter Rückwand und Museumsglas (entspiegelt mit mind. 90% UV-Schutz) in den Rahmen eingebaut. Der UV-Schutz beim Glas ist insbesondere bei Originalen sehr wichtig, da das UV-Licht Farben verblassen und Papier vergilben lässt. Verblasste Farben sind unwiederbringlich verloren, vergilbtes Papier kann durch eine(n) Papierrestaurator(in) restauriert werden. Bei unzureichendem UV-Schutz altert das Papier unter Lichteinwirkung wesentlich schneller. Es wird spröde und brüchig. Auch Kleber können durch UV-Licht spröde werden und Bilder zum Abrutschen bringen und dadurch Schäden verursachen. Deshalb immer auf den UV-Schutz achten! UV-Schutzgläser gibt es auch ohne Entspiegelung. Diese sind günstiger, bieten aber den selben Schutz.

 

konservatorische Einrahmung

Konservierende Einrahmung einer historischen Karte